Dr. Sascha Raabe MdB

Dr. Sascha Raabe MdB

Mit “Unverständnis” reagiert Dr. Sascha Raabe MdB auf die Ziele der Piratenpartei. Er selbst bezeichnet sich als Nutzer des Internets “von Anfang an”, sieht sich aber durch Seitensperren nicht weiter beeinträchtigt. Auch zeigt er wieder auf, dass Seitensperren den bereits mißbrauchten Kindern helfen würden:

Ich kann nicht verstehen, wie bei einem so ernsten Thema wie Kinderpornographie die Leidtragenden völlig außer Acht gelassen werden. Das sind die vielen Jungen und Mädchen weltweit, denen täglich großes Leid widerfährt. Es geht nicht um Zensur, sondern um die Verbrechen an Kindern und Jugendlichen.

Dabei muss doch jemand, der ein Internetnutzer “von Anfang an” ist , den Unterschied zwischen Real-Life und Virtual-Life kennen. Nur weil eine Seite nicht erreichbar ist, ist das Verbrechen dadurch nicht ungeschehen oder gar rückwirkend bekämpft! Auch die Worthülse “Das Internet ist kein rechtsfreier Raum” kam auf, auch wieder mit dem Mißverständnis, dass er die gegen sich selbst gebraucht. Wenn dem nämlich so wäre, wäre doch die erste Sache die man macht, die Inhalte nach ordentlichen Verfahren zu löschen.

Nach wie vor werden kinderpornographische Seiten, die auf deutschen Servern angeboten werden, gelöscht. Da kinderpornographische Seiten, die von ausländischen Servern angeboten werden, aber nicht von Deutschland aus gelöscht werden können bzw. dürfen, ist im Gesetz vorgesehen, das erst die Behörden des jeweiligen Landes kontaktiert und aufgefordert werden für eine Löschung der Seite zu sorgen.

Und hier ist das generelle Problem mit der Strafverfolgung und dem Verständnis des Internets. Ich reagiere mit Unverständis auf das komische Rechtsbild der SPD, nicht gleich auf den Verursacher, bzw. mittelbaren Verantwortlichen zuzugehen. Des Weiteren finde ich es lustig, dass ein Internetnutzer, der “von Anfang an” dabei ist denkt, dass das Internet Landesgrenzen kennt.

Daher gibt es das Ziel: Internet in Deutschland als Intranet kontrollieren. Seiten sperren können, auch ohne richterliche Prüfung oder Verfahren. Auf den Rücken der geschändeten Kinder wird die Möglichkeit geschaffen, mißliebige Seiten mit “billigen Tricks” vor einem großteil der mündigen Bürger zu verstecken.

Meinungs- und Informationsfreiheit bedeutet nicht, dass es ein Grundrecht auf ungehinderten Zugang zu Kinderpornographie im Internet gibt. Das Grundgesetz schützt vor allem die Rechte der Schwächsten und das sind hier die missbrauchten Kinder und nicht die sogenannte Internet-Community.

Das hat auch niemand behauptet – und wenn sich Herr Raabe mit der Piratenpartei genauer beschäftigt hätte, hätte er gesehen, dass auch sie es nicht tut. Gerade die Piraten möchten nachhaltige Bekämpfung der Verbrechen, soweit dies im Internet möglich ist. Denn wie bereits mehrfach bewiesen gehen die Zahlen der “Konsumenten” von Kinderpornografie im Internet stetig zurück, da es schon heute kaum möglich ist, das Material zu veröffentlichen.

“Die sogenannte Internet-Community”, zu der er sich selbst, als Nutzer der “von Anfang an” dabei ist aber nicht zählt, hat hier zurecht erkannt, dass Strafverfolgung anders aussehen muss. In Feldversuchen hat man mittlerweile rausgefunden, dass es ein leichtes wäre, Kinderpornografie auf ausländischen Server zu löschen. Den Anbietern, bzw. Hostern des “Materials” ist oftmals gar nicht bewusst, dass sie dies zulassen und löschen gerne und sofort und leiten auch Strafanzeigen in ihren Ländern ein. Nur leider will die SPD hier lieber die Zugriffe aus Deutschland heraus unterbinden, anstatt die Inhalte zu entfernen.

Nichts gemacht und trotzdem ein gutes Gewissen. Auf den Rücken der Kinder. Und dazu noch die Spielwiese für Rechteverwerter und Innen- sowie Sicherheits”experten” (Hallo Herr Wiefelspütz) geöffnet, die nur darauf warten das Internet für mündige Bürger weiter einzuschränken.

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