Jul 09

Kai Doering schreibt in einem interessanten Artikel auf vorwaerts.de über die “Konferenz gegen Hass im Internet”, das aktuell vom Bundesministerium der Justiz abgehalten wird. Das politische Blah-Blah rund um das Internet kann man aktuell leider eh nicht mehr ganz ernst nehmen. Erfrischt wird es aber mal wieder von der SPD, hier von der Browser-Expertin Zypries. Der überraschenste Satz war nämlich ihrer:

“Allgemein funktioniere die Zusammenarbeit mit den Providern reibungslos”, lobte die Justizministerin. “Würden sie auf verbotenes Material hingewiesen, entfernten sie es sofort von ihren Servern.”

Ja wie bitte? Ist es nicht so ziemlich das, was ein Großteil der Internet-Benutzer, teile der Opposition und z.B. die Piratenpartei möchte? Löschen statt sperren, bei Hinweis eines Verbrechens (hier aber “nur” Volksverhetzung).

Sie geht sogar noch einen Schritt weiter:

„Der Hass muss raus aus dem Internet“, gab Zypries als Ziel vor. Dies könne jedoch nicht nur mit Hilfe von Sperrungen erreicht werden. Wichtig sei auch, die Medienkompetenz in der Gesellschaft zu fördern und über Strategien der Rechten aufzuklären.

Hier sieht man sehr gut, dass selbst ein “unbeschriebenes Blatt” (Sorry :) ), was das Internet angeht, aufwendige Sperrmechanismen eher nicht als zielführend ansieht um Verbrechen im Internet zu verhindern.

Und ich gebe ihr Recht: Medienkompetenz fördern!

Auch weitere Stimmen sehen das ähnlich:

Die Zusammenarbeit mit den Internetanbietern lobte [Stefan Glaser, Chef von jugendschutz.net] ausdrücklich. „Sie funktioniert auch im Ausland sehr gut.“ Wenn ein Provider auf Hass-Inhalte hingewiesen werde, reagiere er in den meisten Fällen und lösche die Seite.

Bitte aufwachen! Verbrechen KANN man auch WIRKSAM im Internet verhindern, ohne sich Zensur-Maßnahmen zu bedienen. Hoffentlich macht das die Runde…

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